# Was ist die Exzellenzinitiative? Mit der Exzellenzinitiative fördern Politik und Wissenschaft herausragende Forschungsprojekte und –einrichtungen an den deutschen Hochschulen. Auf diese Weise soll die Spitzenforschung gestärkt und der Wissenschaftsstandort Deutschland international sichtbar gemacht werden. Dazu wurden in einem Wettbewerb insgesamt 85 Exzellenzeinrichtungen in drei Bereichen ausgewählt: * 39 Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses * 37 Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung * 9 Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat durchgeführt. Für die Förderung der ausgewählten Projekte und Einrichtungen stellen der Bund und die Länder bis Ende 2012 insgesamt 1,9 Milliarden Euro bereit. Das in dieser Form einmalige Programm hat schon in kurzer Zeit die deutsche Hochschul- und Wissenschaftslandschaft nachhaltig verändert – und strahlt auch aus auf das ganze Land, seine Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Exzellenzinitiative – eine Erfolgsgeschichte

Dieses Videoportal präsentiert eine Erfolgsgeschichte, die in nur kurzer Zeit bereits vieles bewirkt hat – und die in den kommenden Jahren noch mehr bewirken wird. Als Politik und Wissenschaft in Deutschland 2005 den Startschuss zur Exzellenzinitiative gaben, hatten sie sich viel vorgenommen: Die Forschung an den deutschen Universitäten sollte durch einen Wettbewerb nachhaltig gestärkt, der Wissenschaftsstandort Deutschland im weltweiten Vergleich wieder sichtbarer gemacht werden. Das waren hochgesteckte Ziele, umso mehr, als man damit Abschied nahm von der lange gehegten – und verhängnisvollen – Vorstellung, alle Universitäten seien gleich und müssten gleich behandelt werden. Stattdessen setzte die Exzellenzinitiative nun gezielt auf Ungleichheit und auf die Förderung der so lange verpönten Elite. Was dann kam, übertraf freilich selbst die kühnsten Erwartungen, auch die der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates, die den Wettbewerb durchführten. Schon die erste Runde der Exzellenzinitiative 2005/2006 führte zu einem Ruck durch das deutsche Wissenschaftssystem, der sich 2006/2007 in der zweiten Runde fortsetzte. Die deutschen Hochschulen legten eine Fülle zukunftsweisender Forschungskonzepte vor, quer durch alle Bereiche der Wissenschaft und alle Regionen des Landes. Damit zeigten sie nicht nur ihren Ideenreichtum und ihre Leistungsfähigkeit – sondern auch, dass gerade die als unbeweglich verschrieenen Universitäten besonders innovativ sein können. Welche der mehr als 600 Anträge ausgewählt und gefördert werden sollten – diese Entscheidung war so überaus schwierig. „Excellent“ und „outstandig“ war immer wieder zu hören, als die zum großen Teil aus dem Ausland kommenden Gutachterinnen und Gutachter ihre Wahl trafen und anschließend mit den Vertretern der Politik berieten. Oft ging es nur um den Unterschied zwischen „sehr gut“ und „noch besser“. Am Ende der beiden Runden, im Oktober 2006 und Oktober 2007, wurden dann von Wissenschaft und Politik gemeinsam im Bewilligungsausschuss insgesamt 85 Einrichtungen als „exzellent“ ausgewählt: 39 Graduiertenschulen zur Ausbildung des wissenschaftlichen Spitzennachwuchses; 37 Exzellenzcluster, in denen Universitäten, außeruniversitäre Forschungsinstitute und oftmals auch die Wirtschaft besonders zukunftsträchtige Themen bearbeiten; schließlich neun sogenannte Zukunftskonzepte, mit denen Universitäten sich als Ganze zu international wettbewerbsfähigen Forschungsuniversitäten fortentwickeln. Alle diese Einrichtungen werden nun fünf Jahre lang mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro gefördert. Mindestens ebenso wichtig aber ist der Erfolg und die Auszeichnung in der Exzellenzinitiative und der damit verbundene Gewinn an Selbstbewusstsein und an Ansehen im In- und Ausland. Doch die Exzellenzinitiative verändert nicht nur das deutsche Wissenschaftssystem – sie bringt das ganze Land voran. Sie schafft Tausende hochwertiger Arbeitsplätze, sorgt für die Ausbildung der Führungskräfte von morgen und trägt bei zu Innovationen in Wirtschaft und Industrie. Und sie zeigt, wie die Wissenschaft die Gesellschaft trägt. Aus all diesen Gründen muss die Exzellenzinitiative auch fortgesetzt – und dabei weiterentwickelt werden. Die Weichen dazu will die Wissenschaft möglichst bald mit der Politik stellen. Wer die Exzellenzinitiative auf diesem Videoportal erlebt, wird wissen, dass es sich lohnt. Professor Dr.-Ing Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ![Portrait von Professor Dr.-Ing Matthias Kleiner](/sites/all/themes/dfg/img/portrait-kleiner.jpg) (Foto: Frenz/DFG)

Die Graduiertenschulen

Graduiertenschulen sollen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Profilierung der Forschung verbinden und verbessern. In ihnen werden hoch qualifizierte Doktorandinnen und Doktoranden in einem exzellenten Forschungsumfeld ausgebildet. Graduiertenschulen sind angesiedelt in einem breiten Wissenschaftsgebiet, basieren auf innovativen Fragestellungen und werden von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geleitet. So sollen sie optimale Promotionsbedingungen bieten, die Identifizierung der Promovierenden mit dem jeweiligen Standort fördern und insgesamt zur Herausbildung international wettbewerbsfähiger Wissenschaftsstandorte beitragen. In der Exzellenzinitiative wurden 39 Graduiertenschulen ausgezeichnet, die fünf Jahre gefördert werden. Jede Schule erhält pro Jahr durchschnittlich eine Million Euro. [Projekte der Graduiertenschulen im Überblick](/foerderlinien/graduiertenschulen)

Die Exzellenzcluster

Exzellenzcluster bündeln das Forschungspotenzial an Universitätsstandorten in Deutschland und stärken so deren internationale Sichtbarkeit und Konkurrenzfähigkeit. Ihr Kerngedanke ist die wissenschaftliche Vernetzung und Kooperation auf besonders zukunftsträchtigen Forschungsfeldern. Neben verschiedenen Einrichtungen der Universitäten sind so durchweg auch außeruniversitäre Forschungsinstitute sowie Industriepartner an den Clustern beteiligt. Für die jeweilige Hochschule sollen die Exzellenzcluster ein wichtiger Teil der strategischen Planung sein und die thematische Prioritätensetzung beschleunigen. Im Rahmen der Exzellenzinitiative werden insgesamt 37 Exzellenzcluster jeweils fünf Jahre lang gefördert. Jeder Exzellenzcluster erhält dabei jährlich durchschnittlich 6,5 Millionen Euro. [Projekte der Exzellenzcluster im Überblick](/foerderlinien/exzellenzcluster)

Die Zukunftskonzepte

Zukunftskonzepte sollen Universitäten als ganze Institution stärken, damit sie sich im internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb in der Spitzengruppe behaupten können. In einem Zukunftskonzept entwickelt eine Universität eine langfristige Strategie, wie sie ihre Spitzenforschung und ihre Nachwuchsförderung konsequent ausbauen und verbessern will. Dazu müssen in allen Bereichen vorhandene Stärken identifiziert und Prioritäten gesetzt werden. Um in dieser dritten Linie gefördert zu werden, müssen Universitäten ein herausragendes Zukunftskonzept entwickeln und zudem mindestens jeweils eine Graduiertenschule und einen Exzellenzcluster aufweisen. In der Exzellenzinitiative werden insgesamt neun Universitäten mit ihren Zukunftskonzepten fünf Jahre lang gefördert. Sie erhalten pro Jahr bis zu 13,5 Millionen Euro. [Zukunfskonzepte im Überblick](/foerderlinien/zukunftskonzepte)

Der Wettbewerb

Die Exzellenzinitiative fand 2005/2006 und 2006/2007 in zwei Runden statt. In jeder Runde gab es eine Vor- und eine Endrunde. In den Vorrunden reichten die Universitäten Antragsskizzen ein. Diese wurden von international besetzten Expertengruppen begutachtet. Die Bewertungen für Graduiertenschulen und Exzellenzcluster wurden in der „Fachkommission“ der DFG, die für Zukunftskonzepte in der „Strategiekommission“ des Wissenschaftsrates beraten. Danach trafen Fach- und Strategiekommission in der „Gemeinsamen Kommission“ die Vorauswahl. Die dabei ausgewählten Universitäten legten in der Endrunde Vollanträge vor, die nach dem gleichen Ablauf bewertet wurden. Aus ihnen wählte der „Bewilligungsausschuss“ – aus Gemeinsamer Kommission und den Wissenschaftsministern von Bund und Ländern – die geförderten Projekte aus.

Die Entscheidungen

In der ersten Runde der Exzellenzinitiative wurden bis Ende September 2005 insgesamt 319 Antragsskizzen von 74 Hochschulen eingereicht. Von ihnen wurden im Januar 2006 insgesamt 90 Skizzen (39 Graduiertenschulen, 41 Exzellenzcluster, zehn Zukunftskonzepte) für die Endrunde nominiert. Daraus wählte der Bewilligungsausschuss am 13. Oktober 2006 insgesamt 38 Projekte an 22 Hochschulen zur Förderung aus: 18 Graduiertenschulen, 17 Exzellenzcluster und drei Zukunftskonzepte. Sie werden bis November 2011 mit insgesamt 873 Millionen Euro gefördert. In der zweiten Runde gingen bis Ende April 2006 insgesamt 305 Antragsskizzen ein, von denen im Januar 2007 insgesamt 92 (44 Graduiertenschulen, 40 Exzellenzcluster, acht Zukunftskonzepte) in die Endrunde kamen. Hier wurden am 19. Oktober 2007 insgesamt 47 Projekte an 28 Hochschulen zur Förderung ausgewählt: 21 Graduiertenschulen, 20 Exzellenzcluster und sechs Zukunftskonzepte. Sie erhalten bis November 2012 gut eine Milliarde Euro.
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